Archiv der Kategorie ‘ 2006 Jakobsweg‘

16. Etappe Almuña – Piñera

Donnerstag, den 21. September 2006

Donnerstag, den 21.09.2006
Km: 15/427 insgesamt
Laufzeit: ca. 3h

Gestern hatten wir schon etwas ueber ein Unwetter gehoert, welches sich ueber Galicien zusammenbrauen sollte. Da aber nichts passierte und ich bei Thomas per SMS anfragte, ob da was ist, wiegten wir uns in Sicherheit. Christine und Marek waren nach dem Aufstehen schon weg und hatten uns einen sehr lieben Zettel hinterlassen. Die beiden sind eben von einem Schlag der unverwechselbar ist und den ich am meisten in Deutschland mag. Die Norddeutschen eben. Nicht so hektisch und „aggressiv“ wie im Sueden. Meine Lieblingsdeutschen ;), nach den Dresdnern und Sachsen natuerlich. Dann gab es auch noch Musik aus dem im Refugio befindlichen Radio. Der Tag fing so luxerioes an wie er aufhoerte. Als wir rauskamen war die Luft total warm, obwohl keine Sonne schien. Dies ist meist so kurz vor einem Wetterumschwung. Also gingen wir los. Es war bedeckt und der Stier beglueckte gerade seine Kuh als es dann los ging. Der Wind nahm stetig zu und dann lasen wir mal eine lokale Zeitung, in der vor einen Zyklon gewarnt wurde.

Die Warnung vorm boesen Sturm


Vorboten und dann? nischt!

Das hiess fuer uns, dass wir schnell in das naechste Refugio mussten. Dort kamen dann auch Vroni Timo und Clara an. nur der Sturm kam nicht und dabei hatten wir uns so gefreut.

Zeit zum Verschnaufen

15. Etappe Soto de Luiña Almuña

Mittwoch, den 20. September 2006

Mittwoch, den 20.09.2006
Km: 40/412 insgesamt
Laufzeit: ca. 12h

Heute frueh war es Zeit einen neuen Weg zu beschreiten. Ich wtrennte mich von Vroni. Ich blieb im Bett liegen und sie kam noch zu mir und meinte sie laeuft allein. Da hatte ich nichts dagegen. So lief ich frueh mit Safra los. Sie ist eine typische Amerikanerin. Alles ist toll und super und sie redet wie ein Wasserfall. Alles in Allem ist sie aber ein sehr netter Mensch. Am Anfang verliefen wir uns wieder einmal und kamen nicht auf der alten sondern auf der neuen Nationalstrasse heraus. Clara ebenfalls. Timo winkte vom Huegel und so fanden wir relativ schnell den Weg. Das heute wieder ein wenig mehr auf dem Programm stand war klar. wieviel aber nicht :). Zwischendurch versuchte ich, der Papaschlumpf, eine Katze zu erziehen, die staendig unsere Rastrationen klauen wollte. Safra lachte sich kaputt, weil die immer wieder kam. Aber! Sie hatte nicht mit der Beharrlichkeit des Effenbergers gerechnet und ich gewann! Waere ja noch schoener. Da staunte auch die Safra!

Rast mit Sieg ueber Katze!

Ich war abends wirklich pappesatt, weil es einfach ein Riesentripp war, da der Jakobsweg umgeleitet wurde… So kamen wir auf wieder 40km. Dann gingen wir zur Herberge und trafen Marek und Christine aus Kiel und wir hatten einen sehr lustigen Abend aufgrund einer Meatballparty. Safra und ich hatten fuer den Abend eingekauft und unter anderem Fleischklopse. Die waren aber – sagen wir- komisch. Das war so eine unidentifizierbare Masse aus Gelee und Fleischklumpen. Jedenfalls fand es Safra andauernd „Its discusting“. Und jeder hatte seinen eigenen Schlafraum. Also Luxus pur nach der harten etappe und der nur eiskalten Dusche.

14. Etappe Aviles- Soto de Luiña

Dienstag, den 19. September 2006

Dienstag, den 19.09.2006
Km: 40/372 insgesamt
Laufzeit: ca. 12h

Heute wollten wir also los. Es sollte laut unseres kleinen schlauen Buches ueber 45 km gehen. Das hoert sich wieder mal krass an. War es auch. Am Anfang gingen Vroni und ich, bis uns Timo ueberholte. Den hatten wir aber schnell wieder ein und wir aszen ersteinmal und tranken einen guten Kaffee. Ich war ein paar Mal ganz schoen angenervt, da wir den Weg verloren hatten, weil er schlecht ausgeschildert war. Dann dachten wir, wir sind schon da. Natuerlich nicht. Da waren wir noch 7km vor unserem eigentlichen Ziel. Aufgrund der kleineren Umwege durch Waelder und Strauchgewirr waren wir ziemlich fertig. Vroni hatte einfach die Schnauze voll und wir wollten nur noch ankommen.

Am Ende war alles gut

Das taten wir dann auch und da genehmigte ich mir aber erstmal ein ordnungsgemaesses Gelage mit Bier und Cidre. Safra kam dann abends auch noch und ich habe einen anderen Pilger aus Freiburg getroffen, welcher seit 5 Monaten unterwegs ist. Wer will, kann meinen Rucksack auf der Homepage eines lokalen Fotografen bewundern

13.Etappe Gijon-Aviles

Montag, den 18. September 2006

Montag, den 18.09.2006
Km: 38/330 insgesamt
Laufzeit: ca. 12h

Frueh ging ich mit Timo und Vroni los. Heute sollte es laut Buch ueber 40 km gehen. Wir hatten uns gestern schon seelisch darauf eingestellt. Noch vor 14 Tagen haette ich das nie fuer moeglich gehalten, als ich nach der ersten Etappe von ca. 25 km in Pobeña ankam und voellig am Ende war. Es ist schon erstaunlich wozu ein menschlicher Koerper im Stande ist. Vor allem tut er nun endlich in unserer hochmobilen Zeit dass, wozu er von der Natur bestimmt wurde -Laufen-. Es gibt da ein schoenes Sprichwort, dass aus dem afrikanischen kommt und dessen Sinn ich wiedergeben moechte:
„Beim Laufen kommt die Seele mit“, denn ganauso ist es!

Beim Laufen kommt die Seele mit

Immer mehr bekommt man mit, dass der Weg seinen Sinn fuer jeden Menschen hat. Es stellt sich ein inneres Gleichgewicht ein, ein Frieden der sich langsam in einem hochschiebt und der einen nach einer Weile auf dem Weg ausfuellt.

Auf dem Weg

Wir liefen doch recht gemuetlich und kamen recht geschafft in Aviles an. Dann wollte Vroni noch einkaufen, was sie auch tat. Ich druckte meine Postkarten aus und schrieb ein paar. So langsam merke ich aber, dass Vroni nicht der Mensch ist, der mich auf meinem Weg weiterbringt. Es wird Zeit sich in den naechsten Tagen zu trennen. Dies wurde mir nach einem abendlichen Esssen in einer Bar mit Timo und Ihr bewusst. Zu verschieden sind die Auffassungen von Werten, Idealen und dem eigentlichen Wesen das in uns ruht. Es ist wie im wahren Leben, auch dort muss man sich von Sachen trennen um Neues kennenzulernen.

12.Etappe La Isla-Gijon

Sonntag, den 17. September 2006

Sonntag, den 17.09.2006
Km: 22/ (30 mit Bus)292 insgesamt
Laufzeit: ca. 12h

Heute frueh ging es mit Vroni los (7:30 Aufstehen mitten in der Nacht!!) und wir wollten schnell los. Die anderen Pilger taten das auch und so kamen wir fast zeitgleich gegen 8:00 los. Theo war ein wenig langsamer aber ueberholte uns dann am Berg. Wir liefen zu erst mit Tamara und Clarissa um uns dann von Ihnen zu loesen. Dann trafen wir Theo im Cafe und unterhielten uns wirklich supernett. Er spendierte uns einen Kaffee und wir bekamen mit, dass er nun nicht weiter mit uns laufen wuerde, sondern den primitiven Jakobsweg weiterlaueft.

Frueh am Morgen vor dem Sonnenaufgang- Spinnenweben ueber dem Meer
Theo ist ein wirklich bemerkenswerter Mensch und ich mag Ihn sehr gern. Danach ging es bei strahlendem Sonnenschein weiter bis Sebrayo. Dort steigen wir in den Bus nach Gijon. Im Bus war ich ein paar mal ziemlich beruehrt, da ich an den Schauplaetzen der Tour 2005 vorbeifuhr.
Dann kamen wir in Gijon an wo wir erstmal zuer Herberge wollten. Die schickten uns aber aufgrund eines Missverstaendnisses zum Aquarium :). Erst Regen und dann soll man auch noch im Nassen pennen- nicht mit mir! Dann gings wirklich in die herberge und ans Tagebuchschreiben (3h). Danach fiel ich tot ins Bett.

11.Etappe Ribbadasella- La Isla

Sonntag, den 17. September 2006

Samstag, den 16.09.2006
Km: 18/271 insgesamt
Laufzeit: ca. 8h

Heute war ein schoener Tag. Ich verabschiedete mich frue h von David und kam dann mit Vroni zusammen. Dann ging es los udn wir wollte eine gemuetlich Tour an der Kueste starten. Eigentlich nur 5km wegen meiner Fuesse. Doch dann ahben wir doch noch 18km geschafft. Daswar echt gut mit ihr zu laufen, zu diskutieren und einfach zu geniessen, was die Natur so in 1.000.000 Jahren so gescaffen hat.

Vroni an der Steilkueste

Nach 5km war die 1. Rast und wir trafen Theo, der 69 Jahre alt ist und ein wundervoller Mensch ist. Er lief an uns Vorbei und wir machten in unserem eigenem Tempo nach la Vega, wo eine tolle Herberge direkt am Strand steht. Das war aber immer noch nicht genug und so machten wir nach La Isla. Dort angekommen, waren ein paar Maedels aus Deutschland und wir machten ein Hammerabendmahl. Vorher ging es aber in die 2,5m Wellen am Strand. Abends kam dann ein „Verrueckter!“ an, der 50km an diesem Tag gelaufen war.


2,5m und hoeher!


Unser Abendmahl mit Theo und den flotten Bienen

10. Etappe Lannes-Ribbadasella

Sonntag, den 17. September 2006

Freitag, den 15.09.2006
Km: 32/253 insgesamt
Laufzeit: ca. 8h

Frueh trennte ich mich von David und lief allein von Llannes nach Ribbadasella. Das wurde ein Tanz mit dem Regen, aber das bin ich ja schon gewoehnt :). Dann verlief ich mich ein wenig und ein alter Spanier half mir zurueck auf den Weg der Tugend. Vorbei an Kloestern und anderen schoenen Sachen. Ich baute mir eine Konstruktion aus meiner Plane wegen des Regens.

Not macht erfinderisch

Am Ende traf ich dann Safra. Sie kommt aus den Staaten, wohnt in Israel und studiert Beamtin :)… Ausgeruestet mit Trillerpfeife fuer aufdringliche Pilger 😉 ging ich dann mit Ihr den Weg weiter und wir spornten uns inmitten des inzwischen sehr heftigen Regens an. Dabei aber niemals den Blick fuer die schoenen Sieten der Natur zu verlieren.

Liebe liebe Sonne…

Am Ende war es dann eine Tortour, da meine Blasen sich nun aber ordnungsgemaess lautstark zu Wort meldeten. Un dann kamen wir in Ribbadasella an und ich wunderte mich wie genau ich noch den Weg zum Dia wusste. Tja und wie dass so ist , kam die Sonne auch noch raus :). Dann wollte Safra noch weiter, aber fuer mich reichte es und ich ging in die Herberge.

Safra und ich… Die Regentruden…

Da waren Bruce, Vroni, David und ein voellig kaputter Nico. Abends asz ich gut und ausgiebig. Dann redete ich noch mit Vroni und wir wollten den naechsten Tag gemeinsam laufen und uns um 8:30 treffen…

9. Etappe Serdio Llannes

Sonntag, den 17. September 2006

Donnerstag, den 14.09.2006
Km: 35/221 insgesamt
Laufzeit: ca. 8,5h

Nach einer morgendlichen Fruehstuecks Zeremonie ging es dann ab nach Llannes.

Unsere Herberge in Serdio

Frueh ging es dann wirklich mit dem Klabauter David und Walter in Richtung Llannes. Bruce meinte noch, dass das Wetter schlecht werden sollte. David und ich diskutierten angeregt in einer Kriolensprache, die sich aus Spanisch, Englisch und Deutsch zusammensetzte. Ab und zu suchten wir mal den Weg und fanden Ihn wieder. Walter hatte uns gestern eroeffnet, dass er nicht weiter laufen wird. Seine Gruende sind absolut nachvollziehbar. Schoene Gruesse hiermit an Dich Walter!

Die letzten Km mit Walter…

In Unquerra trennten sich dann Walters und unsere Wege, nchdem er uns noch einmal zu Kaffe und Bocadillas einlud. Dann wurde noch ein Foto an der Grenze zu Asturien geschossen und weiter ging es fuer David und mich allein.


An der Greze von Kantabrien zu Asturien (David)

Wir gingen weiter und trafen noch einen Katalanen. Nuja und dann stand Madame Pompadour auf dem Weg und wollte uns nicht passieren lassen. Doch seht selbst…


Ihren Passierschein bitte…

Abends kam ich dann mit schmerzenden Fuessen an und war voellig breit. Bruce war auch da und mit Vroni unterhielt ich mich ein klein wenig. Morgen geht es zum naechsten Schauplatz der Tour 2005 -Ribbadasella. Es ist einfach schoen hier, nur meine Fuesse sind geschwollen und wund.

8.Etappe, Cobreces-Serdio

Sonntag, den 17. September 2006

Mittwoch, den 13.09.2006
Km: 36/186 insgesamt
Laufzeit: ca. 9,5h

Heute frueh ging es bereits 7:30 los. Ja ich habe das mal geschafft… :). Ich nahm mir Zeit und schaute mir in Ruhe die Landchaft an. Lee unser Runnning Men schoss wie gestern voraus und nach ca. 1h hatte ich ihn verloren. Auch nicht so schlimm. So hatte ich echt Zeit und vorallem Ruhe die wunderbare Landschaft zu begutachten.

Die Landschaft, wie zu guten Fahrradzeiten…

Da der Camino doch sehr oft die Wege meiner Fahrradtour kreutzt und ich mich an fast alle Plaetze erinner (mit ihren Geschichten), muss ich oft schmunzeln und freue mich jedesmal wie ein Schneekoenig. In San Vicente de Baquera ueberlegt ich, ob ich weiterlaufe, da es doch erheblich in meinen Schuhen rumorte. Ich tat es und es war eine gute Entscheidung.

Wie vor hundert Jahren…

Ich kam in Serdio in einer Superherberge an, die voellig neu ist und noch nicht in den Fuehrern verzeichnet ist. Dort traf ich… na wen wohl?

Bruce und Walter und David, einen Spanier, der ebenfalls ein sehr netter Zeitgenosse ist. Abends kochte ich fuer unsalle undwir assen Reis mit Eiern und Wein. Herrlich. Jeden Abend kommt man zusammen und plauscht in verschiedenen Sprachen von Englisch bis Spanisch bis Deutsch am Abendbrottisch ueber das erlebte und seine Eindruecke. Das gibt mir sehr viel.

7. Etappe Polanco-Cobreces

Sonntag, den 17. September 2006

Dienstag, den 12.09.2006
Km: 25 /150 insgesamt
Laufzeit: ca. 8h

Heute frueh ging es dann los. 6:45 klingelte der Wecker und ich stand auf. Das ist ein wirklich schwieriges Unterfangen, wenn man 5 Leute auf 30 qm nicht aufwecken will.. Nachts wurde ich wach weil Geraeusche an mein Ohr drangen. Es waren keine Fassbassschnarchgerauesche sondern irgendwelches Gestoehne von oberhalb von einer Genossin aus Deutschland. Nuja… ich wars nicht! 🙂 Gegen 8:00 machte ich mich dann auf den Weg nach Cobreces. Spaeter holte mich dann Lee aus Madrid ein und wir liefen gemeinsam weiter. Er ist aus England und ein sehr netter Zeitgenosse. Wir kamen auf unser gemeinsames „Laster“ Fussball zu sprechen. Er ist aus Birmingham…. In Santilla schauetn wir uns die Stadt an, die ein sehr schoenes altes (Mittelalter) Stadtzentrum hat. Lee gab mir einen Kaffee aus und wir wollte uns dann noch ein paar praehistorische Hoehlen mit Wandmalerein aus der Steinzeit anschauen. Leider alles bis 14:30 voll :(. naja 4km Umweg umsonst.

Weite im Gebiet fast nicht fassbar

Dann ging es weiter auf dem Camino vorbei an alten Wegen und auf alten Wegen hin zum Kloster der Zisterzienser.

So sehen die Quartiere aus


So sehen geschaffte Sieger aus… Lee kurz vor seiner persoenlichen Ratzesession
Der Murmelmoench machte dann die Tuer auf und wir freuten uns nach der langen Tour unsere Stempe und unser Quartier zu bekommen. Dann ging es an den Strand baden und Blasen pflegen. Abends assen Lee und ich ein gewaltiges Essen.